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Sudbericht 2008/01
Im Folgenden könnt Ihr meinen Braubericht von meinem Sud 2008/01 nachlesen. Ergänzend zu diesem Artikel solltet Ihr Euch auch das Sudprotokoll anschauen, dem Ihr alle Details hinsichtlich Schüttung, Rasten etc. entnehmen könnt. Zudem empfiehlt sich ebenfalls, begleitend zum Text ein Blick in die Bildergalerie zu werfen, da so einige Details verständlicher werden.
Nach jahrzehntelanger Sudpause beging ich nun meinen ersten richtigen Sud seit dem Debakel von 1995.
Aber diesmal bin ich gut vorbereitet und dies sowohl fachlich als auch vom gesamten Equipment her.
Ich habe mir vorgenommen ein Klon eines fränkischen Landbieres zu brauen. Fruchtig und leicht herb im Geschmack und eine schöne Bernsteinfarbe sind meine Vorstellungen. Aufgrund meiner Herkunft wird dieses Bier den Namen „Kurpfälzer Blut“ tragen.
Ich habe mich für folgende Rohstoffe entschlossen: • 4,3 kg Pilsner Malz (entspricht 43 % der Gesamtschüttung) • 5,7 kg Münchner Malz (entspricht 57 % der Gesamtschüttung) • 100 g Aromahopfen „Hallertauer Perle“ Typ 90 mit 7,8 g/alpha Die untergärige Hefe bekam ich von einer ortsansässigen Brauerei.
Im April ging es also los und ich durfte mich erst einmal mit den Wetterkapriolen rumschlagen, da ich im Laufe des Sudtages vom Schnee überrascht wurde. Aber alles der Reihe nach.
Auf meinem kleinen Balkon habe ich meinen Sudkessel aufgebaut, beheizt mit einem 17 kW Paellabrenner. Als Vorlage kam 42 Liter Wasser in die Sudpfanne (da in meiner Gegend das Wasser sehr weich ist, habe ich es nicht extra behandelt) und ich gab die 10 kg geschrotetes Malz hinzu (als nächste Investition steht bei mir eine Malzmühle an, bis dahin werde ich geschrotetes Malz verwenden, so wie auch bei diesem Sud) und heizte die Gesamtmaische auf 62 °C, ich habe also die Säurerast bei 37 °C und die Eiweißrast bei 50 °C übersprungen. Die weiteren Rasten könnt Ihr meinem Sudbericht entnehmen.
Im Verlaufe des Siedens öffnete sich der Himmel und es begann zu schneien. Aber ich bin ja auch kein Schönwetterbrauer, daher wurde unverdrossen weiter gebraut…
Der Brauprozess verlief erstaunlicherweise ohne Komplikationen. Verbesserungswürdig ist jedoch das Herunterkühlen. Über eine kleine Italo-Pumpe habe ich die heiße Würze durch eine Edelstahlkühlschlange gepumpt, welche sich in einem Eisbad befindet. Allerdings heizte das Wasser zu schnell auf. Hier werde ich vor meinem nächsten Sud ansetzen müssen und nach Verbesserungen suchen. Aber dennoch konnte ich die Würze mit diesem Prinzip auf ca. 15 °C abkühlen. Der einzige Wermutstropfen war, dass ich leidglich auf eine Sudhausausbeute von 56,4 % gekommen bin und so lediglich ca. 40 l Jungbier hergestellt hatte. Hier muss ich noch auf Fehlersuche gehen. Eine Ursache wird sicher sein, dass ich über einen Panzerschlauch abgeläutert habe, aber dies kann nicht allein der Grund sein. Aber es wäre ja auch zu schön, wenn gleich beim ersten Mal alles perfekt laufen würde. Dann hätte man ja gar keine Herausforderung mehr.
Aber ab jetzt musste ich Blut und Wasser schwitzen, denn am Abend, als ich dem Jungbier die Hefe zugegeben habe zeigte sich keine Reaktion, die Gärung wollte einfach nicht einsetzen. So dass ich erneut meine Beziehungen spielen lassen musste und von der Brauerei neue Hefe besorgt und diese nach drei Tagen des Wartens ins Jungbier gegeben habe, in der Hoffnung, dass sich das Bier in der Zeit keine Infektion eingefangen hat. Und der hl. Gambrinus hatte ein Einsehen mit mir und meinem Sud, nach der zweiten Hefegabe setzte die Gärung unvermittelt ein und die Hauptgärung verlief schließlich problemlos.
So konnte ich eine Woche später das Jungbier in das KEG umfüllen und die beim Sud entnommene und kühl gestellte Vorderwürze als Speise zugeben. Das Fass wurde verschlossen und an den Spundapparat angeschlossen. Nun heißt es warten, warten, warten. Der Druck baute sich nur langsam auf, kam aber auf einen Druck von 0,8 bar, was meiner Meinung nach auch ausreichend ist.
Meine Ernährung musste übrigens zu Zeiten der Gärung & Lagerung komplett umgestellt werden, da mein Kühlschrank mit dem Jungbier nahezu komplett ausgebucht war und so kaum für Lebensmittel zu benutzen war.
Nach sechs Wochen der Reifung kam mein konstruierter Gegendruck-Flaschenfüller zum Einsatz. Auch das Abfüllen verlief problemlos. Mein Gegendruckfüller bestand die Bewährungsprobe und ich kann guten Gewissens ein Nachbauen nur empfehlen. Die Bauanleitung findet Ihr in meiner „Schlosserei“.
 Als dann das gesamte Bier in Bügelflaschen abgefüllt war, ging es ans „Feintuning“. Die Flaschen mussten noch mit einem Etikett versehen werden. Und hier lüftet sich das endgültig das Geheimnis um diesen Sud. Das Bier war nicht für mich bestimmt, sondern es war ein Hochzeitsgeschenk für Ines & Erik und dementsprechend war das Etikett gestaltet.
Einen Dank möchte ich auch an das Hotel richten, da Sie das Bier so schön angerichtet haben und es so für das Brautpaar eine richtige Überraschung war. Und wenn ich sehe, wie viel Flaschen mir am nächsten Tag gefehlt haben, dann hat das Bier scheinbar allen geschmeckt und wurde so als Erinnerung gerne mit nach Hause genommen.
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Bei einem Bekannten konnte ich noch das Bier analysieren lassen. Hier also zum Schluss noch ein paar harte Fakten zu meinem „Kurpfälzer Blut“: . . . . . . .
Anlage: [1] Sudprotokoll.pdf (50 kb) [2] Bildergalerie [3] Bieranalyse (http:XXX3) [4] Bericht.pdf (http:XXX4) |